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Denkmalschutz: Kreis verbietet Herbstmarkt im Graukloster

...diese Schlagzeile ist heute in der SHZ zu lesen:

Der dazugehörige Artikel:

 

Denkmalschützer sehen Gefahr für Wandmalereien


Die E-Mail aus dem Rathaus traf Wiebke Nickelsen völlig unvorbereitet: Vor ein paar Wochen teilte die Stadtverwaltung der Veranstalterin des Kunsthandwerkermarktes im Graukloster des Rathauses mit, dass die bereits erteilte Genehmigung für die Veranstaltung "zurückgezogen wird".

Die 35 Aussteller waren längst verpflichtet, 5000 Einladungskarten für den 10. und 11. September kursierten in ganz Schleswig-Holstein. "Es wäre sehr aufwendig und teuer gewesen, den Markt abzusagen", sagt Nickelsen. Nach Gesprächen mit Bürgermeister Thorsten Dahl und anderen Mitarbeitern der Verwaltung konnte sie erreichen, dass ihr Markt ein letztes Mal stattfinden darf. Danach aber ist definitiv Schluss mit dem Event, das innerhalb von wenigen Jahren einen festen Platz im Bewusstsein vieler Schleswiger erworben hat und jedes Mal mehrere tausend Besucher anzog. Nickelsen: "Der Kunsthandwerkermarkt ist eine touristische Attraktion. Die Besucher kommen von weit her und unternehmen anschließend gern einen Stadtbummel."


Nach Dahls Angaben kommt das Verbot von der Untere Denkmalschutzbehörde in der Kreisverwaltung. Dort lehnte man gestern auf SN-Nachfrage jede Stellungnahme zu der Angelegenheit ab.

So lässt sich nur mit Informationen aus zweiter Hand rekonstruieren, was die Bedenken der Denkmalschützer sind. Offenbar geht es um die Wandmalereien aus dem 13. Jahrhundert, die den Gotischen Saal des Grauklosters zieren. Atemluft, Schweiß und feuchte Kleidung könnten diese Fresken gefährden.

Dahl sieht eine Mitverantwortung dafür, dass der Denkmalschutz überhaupt auf den Kunsthandwerkermarkt aufmerksam wurde, bei der Kieler "Agentour Zeitensprung" des Erlebnispädagogen Jens Nielsen. Dieser hatte sich öffentlich zur Wehr gesetzt, nachdem Dahl mit Verweis auf fehlende Barrierefreiheit seinen Wunsch abgelehnt hatte, im Graukloster mittelalterliche Feste auszurichten.


"Als ich davon hörte", sagt Wiebke Nickelsen, "habe ich mir sofort Sorgen gemacht". Zunächst aber beruhigte man sie im Rathaus, ihr Kunsthandwerkermarkt sei nicht betroffen. Umso überraschender war dann die E-Mail mit der Rücknahme der Genehmigung. Jetzt sucht Nickelsen nach einem neuen Standort für ihren Markt und wird ihn möglicherweise in Eckernförde finden. "Ich bin Schleswigerin und würde lieber in Schleswig bleiben", sagt sie.

 

Hier kann man den Artikel online in der SHZ nachlesen

Informationen über das Graukloster

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